Ratgeber · Grundlagen & Praxis
Päpste, Könige, Super Bowl: Römische Zahlen in Namen und Titeln
Römische Zahlen begegnen uns staendig als Ordnungszahlen: bei Herrschernamen, Papstnamen, Buchbaenden, Fortsetzungen und grossen Sportereignissen. Sie zaehlen, ohne mit den Jahreszahlen zu verschwimmen. Dieser Ratgeber zeigt, wo die Konvention gilt und wie man die Zahlen richtig liest.
Ordnungszahlen statt Mengenangaben
Römische Ziffern erfüllen in Namen und Titeln eine andere Aufgabe als im Rechnen. Sie geben nicht eine Menge an, sondern eine Reihenfolge. Aus dieser Funktion als Ordnungszahl erklärt sich, warum sie gesprochen immer mit der Endung versehen werden: Ludwig XIV. heisst Ludwig der Vierzehnte, nicht Ludwig vierzehn.
Herrscher und Päpste
Die wohl bekannteste Anwendung sind Herrscher- und Papstnamen. Sie zählen gleichnamige Träger eines Namens durch.
- Ludwig XIV., der Vierzehnte, der berühmte Sonnenkönig Frankreichs.
- Heinrich VIII., der Achte, bekannt aus der englischen Geschichte.
- Benedikt XVI., der Sechzehnte, Papst von 2005 bis 2013.
Das Lesen folgt der normalen Zerlegung. XIV ist 10 plus 4, also 14. XVI ist 10 plus 5 plus 1, also 16. Wer die subtraktive Regel beherrscht, erkennt diese Zahlen sofort.
Bände, Auflagen und Fortsetzungen
Auch ausserhalb der Politik sind römische Ordnungszahlen verbreitet. Buchreihen nummerieren ihre Bände oft mit römischen Ziffern, Vorworte und Einleitungen tragen römische Seitenzahlen, und Filmfortsetzungen verwenden sie gern für einen klassischen Anstrich. Eine Fortsetzung mit der Ziffer III signalisiert den dritten Teil, ohne dass eine Jahreszahl ins Spiel kommt.
Der Super Bowl als Sonderfall
Ein bekanntes Beispiel aus dem Sport ist der Super Bowl. Die NFL nummeriert das Endspiel mit römischen Ziffern, weil Saison und Austragungsjahr nicht zusammenfallen und eine römische Ordnungszahl diese Verwirrung vermeidet. Interessant ist die Ausnahme beim fünfzigsten Super Bowl. Statt des korrekten L entschied man sich für die arabische 50, weil ein einzelnes L als Logo und Markenzeichen optisch zu schwach gewirkt hätte. Danach kehrte man zur römischen Zählung zurück.
Korrekt lesen und schreiben
Egal ob Herrschername, Buchband oder Sportereignis, die Regel bleibt dieselbe: Lies die römische Ziffer als Zahl und sprich sie als Ordnungszahl. Im Zweifel hilft der Umrechner. Gib die Ziffernfolge ein, und du erhältst sofort die arabische Entsprechung, die du dann als der oder die Soundsovielte einordnest.
FAQ
Häufige Fragen
Warum stehen hinter Herrschernamen römische Zahlen?
Römische Ziffern dienen als Ordnungszahlen, die die Reihenfolge gleichnamiger Herrscher angeben. Ludwig XIV. ist der vierzehnte Koenig dieses Namens. Die Zahl wird als Ordnungszahl gesprochen, also der Vierzehnte, nicht als die nackte Zahl vierzehn.
Wie liest man Benedikt XVI. korrekt?
XVI ist 16, also Benedikt der Sechzehnte. Man liest die Ziffer als Ordnungszahl. Das gilt fuer alle Papst- und Herrschernamen ebenso wie fuer Eigennamen von Schiffen oder Bauwerken mit Nummerierung.
Warum nutzt der Super Bowl römische Zahlen?
Die NFL nummeriert den Super Bowl mit römischen Ziffern, um die jaehrliche Ausgabe von der Jahreszahl zu trennen, da Saison und Austragungsjahr auseinanderfallen. Eine Ausnahme war Super Bowl 50, der bewusst arabisch geschrieben wurde, weil L allein als Logo unguenstig gewirkt haette.
Quellen